Spielbericht: Pandemic Legacy März

By | 21. März 2017

Eins meiner Lieblingsbrettspiele ist Pandemie. Überhaupt finde ich kooperative Brettspiele einfach super. Als Pandemic Legacy herauskam habe ich das aber an mir vorbei gehen lassen. Ein teures Brettspiel, welches man ggf. nur 12-mal spielen kann? Den Reiz konnte ich nicht ganz verstehen. Aber Pandemic Legacy Season 1 ist auf Platz 1 aller Brettspiele bei Boardgame Geek, und wurde auch als Kennerspiel des Jahres nominiert. Irgendwas musste also dran sein. Dazu auch noch so spannende Reviews wie dieser hier. Ich habe es dann meiner wirklich Brettspiel-versessenen Partnerin zu Weihnachten geschenkt, und spätestens nach dem ersten Monat war ich nur noch begeistert.

Pandemic Legacy

Es spielt übrigens keine Rolle, ob man die rote oder blaue Box kauft.

Was ist der Unterschied zwischen Pandemie und der Legacy Version?

Schon beim Öffnen der Schachtel fällt einem diverses auf. Ganz viele Aufkleber, geheime Ordner mit Buchstaben und Zahlen, 8 Boxen mit wer weiß was drin, und ganz ganz viel Platz für neue Regeln im Regelbuch. Dazu kommen dann die Legacy-Karten. In Legacy spielt man nämlich eine Kampagne, und Pandemie mit einer richtigen Handlung ist ein echtes Erlebnis. Die Handlung streckt sich über ein Jahr. Man fängt mit dem Monat Januar an, und hat 2 Versuche, die Aufgabe des Monats zu erfüllen. Das bedeutet, dass man das Spiel eigentlich maximal 24 mal spielen kann, bevor die Kampagne vorbei ist.

Der Schwierigkeitsgrad passt sich ziemlich genial an. Man fängt mit 4 Subventionen an, also unterstützenden Karten. Nach jedem Sieg erhält man 2 weniger. Verliert man eine Runde, gibt es 2 mehr. Nach jeder Runde darf man sich gemeinsam zwei dauerhafte Fortschritte auswählen, die z.B. einen Charakter verbessern, Krankheiten mutieren lassen, permanente Forschungszentren usw.

Im ersten Monat spielt sich das noch ganz normal, wie eine ganz normale Runde Pandemie, mit dem Unterschied, dass andere Jobs verfügbar sind, und man seinem Charakter nun einen Namen geben kann. Ich spiele übrigens einen Sanitäter, und er heißt Harry Petersen aus Hamburg, und ist aus, alle Krankheiten der Welt auszurotten. Aber das Spiel ändert sich schnell, denn nach der zweiten Epidemie zieht man die erste Legacy-Karte, die das Spiel ab da verändert… Legacy-Karten teilen einem auch mit, wann man welche Box, welches Törchen, weitere Legacy-Karten ziehen darf. Das allein macht schon viel Spaß!

Keine Sorge, es gibt hier keine Spoiler, oder zumindest ganz wenige.

Unsere erste Partie war direkt sehr krass, denn wir haben zwar den Januar im ersten Anlauf geschafft, aber wirklich nur ganz knapp. Wir hatten insgesamt sieben von acht möglichen Ausbrüchen. In Legacy bekommen Städte, die einen Ausbruch hatten, einen Aufkleber über den Status der Stadt. Dies kann z.B. verhindern, dass man die Städte per Flugzeug erreichen kann, Forschungszentren zerstören, oder die Stadt gilt als zerstört. Wir haben also direkt in der ersten Partie dafür gesorgt, dass 7 Städte instabil wurden. Oh je.

Wenn man einen Monat erfolgreich abgeschlossen hat, erhält man einen Vorteil für den Folgemonat, das ist ganz schön cool. Spätestens ab dem 2. Monat kommen dann die ersten Regeländerungen, die man aus dem Basisspiel nicht kennt.

Wir spielen aktuell immer die Mission passend zum Monat, hat sich einfach so ergeben. Gestern hatten wir dann endlich Zeit, die März-Aufgabe anzugehen.

Die Iden des März

Uns war klar, dass der März hart werden würde. Zum einen hatten wir Januar und Februar in einem Durchgang gepackt, was bedeutete, dass wir keine Subventionen mehr unter den Spielerkarten hatten. Zum anderen ist auch auf dem Spielbrett ersichtlich, wie viele Aufgaben man pro Monat packen muss. Der März ist der erste Monat mit zwei Zielen. Schluck!

Schon direkt bei der Erstinfektion wurde uns klar, dass das ein Brocken sein würde. Wir konnten aber nicht ahnen wie schlimm. Innerhalb nur sehr weniger Spielzüge hatten wir unsere erste Legacy-Runde mit Ach und Krach verloren. Wer Pandemie kennt: ja, überall da wo auf dem Foto vier Würfel liegen, wäre es zu einem Ausbruch gekommen. Uns sind aber die Würfel ausgegangen. 😛

Pandemie Niederlage

Der Tag, an dem Nord- und Südamerika starb…Ganz üble Kettenreaktion

Ich habe ja oben schon erwähnt, wie toll das mit dem Schwierigkeitsgrad ist. Nach jeder Runde erhält man zwei dauerhafte Fortschritte, und da wir verloren hatten, durften wir uns 2 Subventionen aussuchen. In der zweiten Runde sah die Sache damit ganz anders aus. Dazu kam noch ein Quentchen Glück, welches wir in der ersten Runde definitiv nicht hatten. Wir konnten beide Aufgaben mit Bravour erfüllen, und hatten nur einen einzigen Ausbruch. Sauber!

Ein Zug vor dem Sieg gesellte sich unsere Katze hinzu.

März hat wieder eine neue Spielmechanik hinzugefügt, und einen weiteren Charakter, den wir aber nicht eingesetzt haben. Wir spielen aktuell als Sanitäter und Quarantäne-Spezialistin, und fahren damit ganz gut. Ich freue mich jetzt schon riesig auf die April-Partie, bei der wir eventuell eine Gastspielerin haben werden. Es wird bestimmt wieder grandios!

Auch meine Katze kann es nicht glauben, ich zerreiße tatsächlich Karten.

Der härteste Moment des Spiels ist immer dann, wenn Legacy einen auffordert, Karten zu zerreißen. Es erfordert tatsächlich viel Selbstüberwindung. In Legacy können Charaktere sterben, und dann soll man sie zerreißen. Ich weiß nicht, ob ich das tun könnte, sollte es Harry mal erwischen.

Eins ist sicher, sobald Pandemic Legacy Season 2 erscheint, und wir Season 1 abgeschlossen haben, wird das ein Pflichtkauf. Das ist für mich wirklich das beste Koop-Spiel, was ich mir vorstellen kann, und hätte meiner Meinung nach, den Kennerspiel des Jahres-Preis eher verdient gehabt als das wohl sehr gute, aber wahrlich nicht so innovative Isle of Skye, welches letztendlich eine Carcasonne-Variante mit flexiblen Siegbedingungen ist. Natürlich nur meine Meinung.

Zum Abschluss gibt es noch Bonus-Katzen, denn an Pandemic Legacy haben nicht nur wir Spielerinnen Freude, sondern auch unsere Katzen.

Pandemic Kitties

Ja, unser Kater ist ein bisschen bräsig.

 

 

2 thoughts on “Spielbericht: Pandemic Legacy März

    1. Kadomi Post author

      Ein wirklich tolles Spiel, kann’s nicht oft genug empfehlen. 🙂

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