Durchgespielt: Tales from the Borderlands

By | 25. März 2017

Als Tales from the Borderlands Ende 2014 auf den Markt kam, hatte ich dieses Spiel nicht auf dem Schirm. Ich war zwar bisher ein großer Fan der Telltale-Adventures, die ich bis dahin gespielt hatte (The Walking Dead Season 1 und The Wolf Among Us), aber die beiden neueren Lizenzen, Game of Thrones und Tales from the Borderlands, fand ich beide sehr uninspiriert. Da ich aber einem guten Game-Sale nicht widerstehen kann, habe ich letztendlich beide Titel bei einem Playstation-Store Sale erworben. Gott sei Dank, kann ich zumindest beim Thema TftB sagen!

Wie bei allen Telltale-Spielen handelt es sich um ein episodisches Adventure in 5 Teilen. Adventure ist dabei recht großzügig zu betrachten, denn knackige Rätsel sind hier nicht zu erwarten. Vielmehr ist das ganze reichlich mit Quicktime-Events gespickt, und man muss in Dialogen schnelle Entscheidungen treffen, die durchaus Konsequenzen haben, wer denn jetzt überlebt oder nicht. Halt das gute alte Telltale-Prinzip. Mag man halt, oder man mag es nicht.

Return to Pandora

Wie der Name des Spiels bereits suggeriert, spielt das ganze in der durchgeknallten Welt der Borderlands-Reihe, ist also als Genre so in etwa post-apokalyptische Science-Fiction. Die Grafik hat den gleichen Cel-Shading Stil wie schon die drei vorhergegangen Borderlands-Shooter, und den gleichen, wirklich abgedrehten, schwarzen Humor. Der Ton dieses Adventures ist von Anfang an sehr überzeichnet, sehr witzig. Handlungstechnisch spielt das ganze im Anschluss an Borderlands 2, eine Gruppe von Vault-Jägern haben soeben den Bösewicht Handsome Jack erledigt, den Kopf des mächtigen Hyperion Waffenkonzerns.

Protagonisten haben wir diesmal derer 2, die man auch abwechselnd durch die Story steuert. Zum einen haben wir Rhys, ein kleiner Mitarbeiter von Hyperion, der nach Pandora gekommen ist, um sich an seinem Erzrivalen Hugo Vasquez zu rächen. Als zweiten Charakter steuern wir Fiona, eine Trickbetrügerin. Sie arbeitet mit ihrer Schwester Sasha und ihrem Ziehvater Felix zusammen. Als aktuelles Projekt versuchen die Schwestern, einen gefälschten Kammer-Schlüssel für viel Geld an zwei Deppen von Hyperion zu verkaufen, und so kreuzen sich die Wege von Rhys und Fiona…

Unsere Helden mit…ist das etwa Handsome Jack?

Die Story wird in Rückblenden erzählt, denn ein seltsamer Mann oder Roboter hat Rhys und Fiona gefangen genommen und lässt sich nun die gesamte Story von den beiden erzählen. Eine sehr widersprüchliche Story, denn die beiden nehmen es nicht so genau mit der Wahrheit, vor allen Dingen Rhys, der ein sehr sympathischer Loser ist.

Bis man in Episode 5 die Wahrheit über den Entführer erfährt, und man dann ein Team zusammenstellt, um die Atlas-Kammer zu betreten, passieren wahnwitzige Dinge. Ein wildes Wettrennen gegen Psychos und Banditen, eine Erforschung einer alten Atlas-Station, Infiltration von Hyperion als Hugo Vasquez, und zu guter Letzt ein irrer Kampf eines Riesenroboters gegen den Schutzmechanismus der Kammer.

So viele Charaktere

Gespickt ist das ganze mit vielen Charakteren der Borderlands-Serie. Wer also einen der Shooter gespielt hat, wird viele Charaktere wiedererkennen, z.B. Scooter der Mechaniker, Zer0 aus Borderlands 2, Athena, und und und. Überhaupt sind es die Charaktere, die dieses Spiel einfach so gut machen. Rhys und Fiona, Sasha und Vaugh machen einfach Spaß. Die Dialoge sind bissig, und das Zusammenspiel von Rhys und Fiona ist sehr lustig. Der Humor ist so böse, wie man es von Borderlands gewohnt ist. Außerdem hat Tales from the Borderlands die beiden besten Roboter aller Zeiten. Claptrap kann sich warm anziehen, denn Loader Bot und Gortys sind die besten Borderlands-Roboter aller Zeiten!

Gortys

Sorry, BB-8, Gortys ist der süßeste Roboter aller Zeiten.

Woran es vielleicht mangelt, ist dass man die Konsequenzen aus jeder Folge eigentlich erst zum Abschluss merkt, wenn man sein Team für den Sturm auf die Kammer zusammenstellt. Hier waren für mich gar nicht alle möglichen Charaktere verfügbar, aufgrund von Entscheidungen aus vorherigen Episoden. Ist aber so ungefähr die einzige Konsequenz, die sich durch die Serie zieht.

Hervorheben möchte ich die Qualität der Sprecher der einzelnen Charaktere. Hier hat man sich nicht lumpen lassen, denn hier ist die Creme de la Creme der Zunft vertreten. Es war etwas surreal, erst Uncharted 4 zu spielen, und dann in Tales einen fast identischen Cast vorzufinden: Troy Baker als Rhys, Laura Bailey als Fiona, Nolan North als August etc. Gleich zwei der Darsteller aus Critical Role waren vertreten, mit Laura Bailey und der wirklich herausragenden Ashley Johnson als Gortys. Absolut top.

Fazit

Meine Rangliste der episodischen Adventures ist derzeit:

  1. Life is Strange
  2. Tales from the Borderlands und The Walking Dead Season 1
  3. The Wolf Among Us
  4. The Walking Dead Season 2

Wer Spaß an dieser Art von Spiel hat, und bösen Humor mag, dem möchte ich Tales ftB definitiv empfehlen. Gerade die letzte Episode hat richtig gefetzt, ein Riesenspaß. Weil es halt ein Borderlands-Spiel ist, ist es doch actionreicher als die vergleichbaren Titel, so dass die Zeit rasend schnell vergeht. Sehr kurzweilig!

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