Durchgelesen: Das Schwert in der Stille

By | 6. April 2017

Ich liebe Romane, die entweder im feudalen Asien spielen, oder dieses Thema zumindest als Inspiration verwenden. Gerade im Fantasy-Bereich lese ich da alles mir bekannte an. So auch nun Das Schwert in der Stille. Der erste Band der Reihe Der Clan der Otori war für mich grundsolide Unterhaltung in einem feudalen, japanisch angehauchten Setting. Unser Protagonist ist der 15-jährige Takeo. Er lebt in einem abgelegenen Bergdorf mit seinem friedliebendem Clan. Eines Tags kommt er von seinen Streifzügen durch die Wildnis heim und kehrt in ein Massaker zurück. Sein gesamter Clan wurde durch den Bösewicht des Romans, Kriegsherr Iida Sadamu, getötet. Als einziger Überlebender wird Takeo von Lord Otori Shigeru gerettet, und zur Heimat der Otori gebracht.

Dort wird Takeos übernatürliches Talent erkannt. Er ist ein Nachkömmling des mysteriösen Stammes, einer Gemeinschaft von Spionen und Assassinen. Shigeru erkennt sein Talent, adoptiert Takeo als seinen Erben und lässt ihn heimlich als Assassinen ausbilden. Alles läuft auf ein Ziel hinaus: Rache an Lord Iida.

Der Roman war zu keinem Zeitpunkt langweilig. Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: da wäre einmal die Ich-Perspektive von Takeo. Später folgt die Perspektive von Kaede, eine Geisel des Clans des bösen Kriegsherrn. Man sollte natürlich keine hohen literarischen Ansprüche haben, denn Takeo hat nicht genügend Ecken und Kanten und ist für sein Alter viel zu erwachsen dargestellt. Es ist Popcorn-Entertainment. Im Allgemeinen habe ich eine Schwäche für Bücher, in denen die jungen Helden ausgebildet werden, das Böse zu bekämpfen.

Wenn ich mich hier wirklich beklagen möchte, muss ich anmerken, dass die Story sehr schwarz-weiß ist. Iida als Bösewicht hat zu keinem Zeitpunkt irgendwelchen Tiefgang, der seine Motivation erklären würde. Er ist böse, weil er böse ist. Deutlich mehr Potential hat der Stamm. Söldner, die für beide Seiten arbeiten, und ihre eigene Agenda haben. Es wird sicherlich spannend, Takeos weitere Entwicklung zu sehen. Es wäre auch schön, zu sehen wie Kaede sich entwickelt, als unsere weibliche Protagonistin

Ich hab das Buch verschlungen, und mich immer gut unterhalten gefühlt. Aufgrund der genannten Mankos gibt es von mir 3.5 Stars (3.5 / 5).

Infos:

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Carlsen; Auflage: 9., Auflage (23. Mai 2005)
  • ISBN: 3551354928

 

 

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