Karneval der Rollenspielblogs: Ruinen – Die Kammer der Vergessenen

By | 13. Juni 2017

Als Ziel habe ich mir für 2017 gesetzt, dass ich bessere Spielleiterin werden möchte. Ich gehe mit wenig Selbstvertrauen in die Entwicklung eigener Abenteuer oder Elemente. Da kommt mir der diesmonatige Karneval der Rollenspielblogs entgegen, mit dem Thema ‘Ruinen‘. Diese Ruine habe ich mal als Schlafplatz eingesetzt, quasi eine aufgepeppte Zufallsbegegnung. Ich präsentiere:

Die Kammer der Vergessenen, eine Ruine der Neunten Welt für Numenera.

Die Ebenen von Kataru erstrecken sich scheinbar endlos, teils trockene Prärie, als auch fruchtbare Landschaft im Süden. Vereinzelt sind die Ebenen besiedelt, in kleinen Städten oder Aldeias, autonom und isoliert. Nur vereinzelt ziehen Reisende über die Ebenen, in Karawanen auf der langen und anstrengenden Reise aus den Ländern der Heimstätte Richtung Uhrwerk der Kala. Manchmal verirren sich Pilger, die vom Pilgerpfad abgekommen sind, in die Ebenen und kehren nie auf ihre Pilgerreise zurück.  Woher der Name Kataru stammt ist unbekannt, die Quelle des Namens in einer der vorhergegangenen Welten verschwunden, wie so viel weiteres Wissen. Aber einst lebten hier die nun Vergessenen, in großen Städten. Ihre Biologen sammelten und katalogisierten Spezien und machten sie zu Ausstellungsstücken, in speziellen Kammern. Im Gegensatz zu den Vergessenen (und das war keinesfalls ihr Name), existieren diese Kammern noch.

Die Ebenen von Kataru

Mitten im Nirgendwo ragen vier rechteckige Säulen aus Synth-Kunststoff aus der Ebene hervor. Sie sind hoch und breit genug, dass sie den steten Wind auf der Ebene brechen, und selbst bei einem Sturm Schutz bieten. Die Säulen sind dunkelviolett, fast schwarz, und warm, wenn man sie berührt. Eine Quelle dieser Wärme lässt sich nicht lokalisieren. So manch Reisender hat eine Nacht damit verbracht, sich an eine warme Säule zu kuscheln, nichtsahnend, dass man auf einer Ruine ruht.

Die Kammer lässt sich durch Musik öffnen. Sobald eine Säule melodischen Klang wahrnimmt, leuchtet sie, und der Boden wird schwammig weich. Nehmen alle vier Säulen die gleiche Melodie wahr, löst sich der von den Säulen umgebene Boden auf, und man fällt in eine Kammer hinab, ca. 5 Meter. Bei einer erfolgreichen Level 2 Prüfung auf Geschwindigkeit nimmt man durch den schwammigen weichen Boden keinen Schaden, bei misslungener Probe ziehe 2 Punkte Kraft ab.

In der Mitte der Kammer befindet sich eine Säule, auf der eine Statue platziert ist, die ca. 1,80 m groß ist. Die Kammer ist eisig kalt, aber die Anwesenheit von Lebewesen reicht aus, dass die Statue, die ein Tentakelwesen darstellt, zu dampfen anfängt. Sollte sich ihr ein Lebewesen in unmittelbare Reichweite nähern, wacht die Statue nach 1 Minute auf und greift mit den Tentakeln an, im Versuch jegliche Wärme zu entziehen. Es handelt sich bei diesem Wesen um einen Entropen (Ninth World Bestiary, Seite 46).

Entrope

Falls man das Erwachen und den Angriff des Entropen überleben sollte, findet sich in eine Wand eingelassen eine Art Terminal, welches einst zu Forschungszwecken verwendet wurde. Es ist heute nicht mehr funktionsfähig und weist eine Schicht Frost auf. Das Terminal kann ausgeschlachtet werden, und man findet 1w6 Cyphers und 1 Kuriosität.

Bei Bedarf kann man weitere Kammern anschließen, oder auch eine andere Kreatur zu Forschungszwecken plazieren. Auf Seite 18 des Bestiaries finden sich Zufallstabellen namens ‘Exploring the Ruins’ oder ‘Delving Deep Underground’. Diese können als perfekte Inspiration dienen.

Gerüchte: In einer Aldeia namens Harph lebt der Äonen-Priester Lyvier, der seit Jahren nach mysteriösen Ruinen sucht. Dort soll es ein mächtiges Artefakt geben, welches vor den zerstörerischen Stürmen der Region Schutz bieten soll. Lyvier ist nun hellhörig geworden. Ein Reisender berichtet, dass sich beim Summen eines fröhlichen Liedes an einem Lagerplatz der nackte Stein in eine merkwürdig schwammige Substanz verwandelt hat. Der ältere Priester sucht nun jemanden, der dieser Sache auf den Grund geht…

 

 

6 thoughts on “Karneval der Rollenspielblogs: Ruinen – Die Kammer der Vergessenen

  1. Papierheldin

    Auch wenn ich noch keinen Blick in die Welt von Numenera gewagt habe, finde ich deine Beschreibung über die Ruine gelungen 🙂
    Als Spielerin hätte ich Lust den Ort zu erkunden und heraus zu finden, was das Geheimnis hinter den wärmenden Säulen ist.

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    1. Kadomi Post author

      Das freut mich sehr, dass Dir diese Ruine gefallen hat. Numenera ist aktuell mein Lieblingsrollenspiel, weil ich das Setting einfach nur toll finde. Als Spieler erhält man nur Erfahrungspunkte für Entdeckungen, also ist es toll, dass diese Ruine zum Erkunden einlädt. 🙂

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  2. Thorsten

    Wow,

    die Ruine ist schön beschrieben und hat bei mir gleich Bilder im Kopf erzeugt. Diese Mischung aus Science-Fiction und Fantasy finde ich super. Ich lglaube, ich werde mal schauen, ob ich wo einen Oneshot Numenera spielen kann, das könnte mir echt gefallen. Ich mag das Erkunden von alten Stätten, ob nun auf einer Welt oder im Weltall. Gibt es nicht sogar einen Quellenband für den Weltraum? In einer verlassenen Raumstation herumzulaufen, wäre bestimmt auch toll.

    Vielen Dank für diesen Beitrag.

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    1. Kadomi Post author

      Freut mich, dass Dir die Ruine gefallen hat. Es gibt tatsächlich einen Band zum Weltraum, Into the Night. Außerdem gibt es ein Abenteuer namens Vortex (gibt’s auch beim Uhrwerk-Verlag), in dem man eine Raumstation in der Korona der Sonne bereist.

      Ich hoffe, Du findest einen One-Shot. Ich überlege, ob ich irgendwann mal einen online anbieten werde, bin mir aber noch nicht ganz schlüssig. 🙂

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  3. Thorsten

    Eine Raumstation in der Korona der Sonne … whoah! Das klingt funtastisch!

    Hast du schon mal online gespielt? Ich spiele seit einer Weile nur noch online und nutz dafür Google Hangouts, das klappt super. Skype soll ja inzwischen auch mit Gruppen funktionieren. Braucht man für Numenera wohl eine Software wie Roll20 oder so, wo man Karten einbindet, etc.?

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    1. Kadomi Post author

      Ja, ich spiele häufiger online. Leite eine Pathfinder-Runde bei Roll20, und habe ansonsten auch schon mehrfach über Hangouts gespielt. Für Numenera braucht man nicht unbedingt Karten, Battlemap wird nicht benötigt.

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