Durchgelesen: The Mirror Empire (Worldbreaker Saga #1)

By | 10. Juli 2017

The Mirror Empire CoverIch habe mal wieder ein Buch gelesen, welches noch nicht übersetzt worden ist, was schade ist, denn Kameron Hurleys The Mirror Empire ist sicherlich das interessanteste, was mir im Bereich Fantasy seit langem untergekommen ist. Ich kann das Buch nur als faszinierend und frustrierend beschreiben. Einen ähnlich schwierigen Einstieg in eine Reihe habe ich bisher nur bei Das Spiel der Götter von Steven Erikson erlebt.

Ich würde es niemandem verübeln, dieses Buch innerhalb der ersten hundert Seiten frustriert in die Ecke zu pfeffern. Keinerlei Exposition, dutzende und aberdutzende von speziellen Begriffen aus der Welt, in der die Handlung spielt. Dazu Charaktere, die sich einem niemals ganz erschließen oder vielleicht sogar abstoßen. Das Glossar des Buches ist ca. 6% Prozent des Buchs, soviel vorweg.

Wenn man aber die Zähne zusammenbeisst und weiterliest, erhält man als Belohnung eine komplexe, originelle Geschichte, die gerade im letzten Viertel des Buchs rasant an Geschwindigkeit zulegt. Das World Building ist großartig, und die Autorin spielt meisterlich mit der Umkehrung von üblichen Fantasy-Klischees und Geschlechterrollen.

Die Handlung an sich ist schwierig zu erklären, aber ich versuche es trotzdem mal. Die Welt Grasia hat ein einzigartiges Magie-System basierend auf den verschiedenen Monden der Welt. Die meisten Charaktere sind Dhai, ein pazifistisches Volk, dass einst mit brutaler Gewalt eroberte, und sich davon komplett abgewendet hat. Im eher kriegerischen Nachbarland Dorinah sind Dhai versklavt und werden in Lager zusammengetrieben.

Der Mond Oma nimmt nun zu, und ist ein Bote der Apokalypse. Die Anführerin der Dhai stirbt, und ihr Bruder, ein unbedarfter Lehrer, muss übernehmen und wird direkt in politische Intrigen verstrickt, als eine unbekannte Macht mit einer massiven Invasion von Grasia beginnt. Es stellt sich heraus, dass die Invasoren ebenfalls Dhai sind, aus einer Spiegelwelt, die dank Oma über Portale aus Blut-Magie ihre sterbende Welt verlassen.

Starker Tobak, aber total faszinierend! Irgendwann weiß man nicht mehr so recht, wer jetzt ein Verräter aus der Spiegelwelt ist, oder doch ein echter Dhai, und auch die anderen Nationen von Grasia werden faszinierend dargestellt. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Band, der nochmal eine ganze Schippe drauflegen soll.

Fazit: (3,5 / 5), weil der Anfang so schwer ist. Ich habe das Buch ein ganzes Jahr zur Seite gelegt, weil der Anfang so zäh ist. Wenn man am Ball bleibt, legt es deutlich zu, so dass es nur knapp an einer 4-Sterne Wertung vorbei geschrammt ist. Ein Fan von Frau Hurley bin ich jetzt aber auf jeden Fall schon mal.

Taschenbuch: 540 Seiten
Verlag: Angry Robot
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0857665553
ISBN-13: 9780857665553
Originaltitel: The Mirror Empire: Worldbreaker Saga 1

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