Durchgelesen: The Rats and the Ruling Sea (The Chathrand Voyage #2)

By | 10. August 2017

The Rats and the Ruling SeaScheinbar habe ich eine Vorliebe für Romane, die entweder nicht ins Deutsche übersetzt werden, oder wo man nach einem Band die Flinte ins Korn wirft. So auch bei der durchaus innovativen Reihe über die Reise der Chathrand, dem größten Segelschiff aller Zeiten, das je für das Imperium von Arqual in See gestochen ist. 600 Jahre alt, und mit 700 Seelen an Bord, reist das Schiff in das Reich von Mzithrin, dem großen Rivalen von Arqual.

In Band 1 der Reihe, The Red Wolf Conspiracy, oder auf deutsch Windkämpfer, beginnt die Reise. Lady Thasha Isiq, die 16-jährige Tochter des größten Admirals von Arqual soll mit der Chathrand zu den Mzithrini gebracht worden, um dort mit einem Prinzen vermählt zu werden. Diese Hochzeit soll den beiden Imperien Frieden bringen. Doch während der Reise stellt sich heraus, dass dies gar nicht der wirklich Plan ist. Im Gegenteil, die Arquali wollen ihren Rivalen an den Abgrund treiben, und jedes Mittel ist ihnen recht. Nur der Schiffsjunge Pazel, der dank eines Zaubers alle Sprachen der Welt verstehen kann, und seine Gefährten können diese Verschwörung aufhalten. Zu seinen Gefährten gehörten u.a. Thasha, ein exotischer Magier in der Form eines Nerz, eine erwachte Ratte, eine Kriegerin der Ixchel, quasi eine Rasse von Däumlingen, etc.

Der erste Band der Reihe hat mich total umgehauen. Maritime Fantasy wie ich sie so noch nie erlebt hatte. Gibt’s überhaupt andere Fantasy-Romane, in denen es um Seereisen geht? Ein bisschen hatte der Roman was von Steampunk-Britannia. Dazu ganz viel durchgeknallte Rassen und Ideen. Manchmal vielleicht zu langatmig, mit zu vielen Charakteren, aber sehr facettenreich.

Invasion der Ratten

Nun also Band 2, den es auf Deutsch gar nicht gibt. Findet man unter The Rats and the Ruling Sea, oder auch nur The Ruling Sea. Bei letzterem handelt es sich um den Ozean, den bis auf die Chathrand noch nie ein Schiff überkreuzt haben soll. Doch für die Pläne von Arqual nehmen der finstere Spion Sandor Ott und Kapitän Nilus Rose Kurs darauf, direkt nach der Hochzeitszeremonie. Zwischendurch gibt es ein paar Stopps, bei denen vor allen Dingen der Sprachkünstler Pazel gezwungen wird, für die Verschwörer tätig zu werden, gegen seinen Wunsch. Doch dann nähert sich die Chathrand einem gigantischen Strudel, und die erwachten Ratten an Bord versuchen das Schiff in einer Art religiösem Kreuzzug zu übernehmen.

Immer noch durchgeknallt, wie der erste Band, aber leider deutlich langatmiger. Pazel und Thasha möchte man eigentlich den ganzen Tag auf den Hinterkopf schlagen, weil sie sich so dämlich anstellen. Man sehnt sich bald ein Ende der langen Reise herbei, da doch eigentlich relativ wenig passiert. Im letzten Viertel dreht die Story aber dramatisch auf, und das Ende war so packend und überraschend, dass ich direkt weiterlesen werde.

Fazit:

Wem kann man diese Reihe empfehlen? Auf jeden Fall sollte man schon Seefahrt mögen. Es gibt z.B. auch Piraten, Meerjungfrauen und ähnliches. Am ehesten kann man hier vielleicht einen Vergleich mit Jonathan Strange & Mr. Norell machen, wobei ich die Reisen der Chathrand wirklich deutlich besser finde. Eine bisschen archaische Schreibweise, exotische Rassen, durchgeknallte Charaktere. Sicherlich nicht für jeden was, aber den ersten Band möchte ich grundsätzlich jedem empfehlen, der halt mal nicht ausgelutschte Fantasy ganz weit ab vom regulären Einheitsbrei lesen möchte. Der 2. Band ist dann nur für Liebhaber des ersten Romans. The Chathrand Voyage ist übrigens im Original abgeschlossen, in insgesamt vier Romanen.

Von mir bekommt The Rats and the Ruling Sea 3.5 Stars (3.5 / 5), aufgrund der Längen im mittleren Teil.

Autor: Robert S. Redick
Taschenbuch: 596 Seiten in der Kindle Edition
Verlag: Gollancz
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: The Rats and the Ruling Sea
ASIN: B0043EWTJO

Den ersten Band könnt ihr auf Deutsch als Windkämpfer nur noch im Antiquariat finden, oder als The Red Wolf Conspiracy im Original. Für den Band habe ich damals sogar 4.5 Stars (4.5 / 5) gewertet.

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