Durchgelesen: Die Augen der Hexe

By | 19. August 2017

Wie geneigte Leser meines Blogs festgestellt haben dürften, lese ich gerade im Bereich Belletristik eigentlich grundsätzlich Originale. Deutsche Autoren stehen bei mir eher seltener auf der Lese-Speisekarte, was ich aber eigentlich gerne ändern möchte. Da kam es mir natürlich sehr gelegen, dass mir der Prometheus Verlag freundlicherweise ein Rezensionsexemplar in Form eines E-Books angeboten hat.

Klappentext

Die Augen der HexeHoimar, ein junger Albino, lebt aufgrund seiner Andersartigkeit in ständiger Gefahr. Eines Tages wird er von der ebenso geheimnisvollen wie wunderschönen Svea gerettet, deren Zauber er hoffnungslos erliegt. Doch Zauber haben stets einen Preis. Inmitten des tobenden Kampfes zwischen Christentum und altem Götterglauben brechen Tod und Vernichtung über sein Leben herein, denn es sind Kräfte am Werk, die grauenvoller sind als die kälteklirrenden Nächte des Nordens …

Inhalt

Die Augen der Hexe ist ein Low-Fantasy Roman, der mich etwas gespalten zurück lässt.

Das Setting ist Germanien, irgendwann im 8. Jahrhundert nach Christus. Christliche Missionare sind unterwegs, um die Bevölkerung zu bekehren, und vom Glauben an die nordischen Götter abzubringen.

Unser Hauptcharakter ist Hoimar, ein verkrüppelter Teenager, der als Albino geboren wurde und von den Bewohnern seines Dorfes Trosevig als Dämonenbalg bezeichnet wird. Nach dem Tod seiner Eltern wurde er von einem anderen Jungen im Ort zum Krüppel geschlagen. Nur die gleichaltrige Wunna kümmert sich um ihn.

Als Hoimars Erzfeind Thorleif den Albino verschleppt, um ihn auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen, wird Hoimar von der Weißen Hexe Svea befreit. Sie nimmt Hoimar auf, heilt ihn, bringt ihm das Kämpfen bei, und unterrichtet ihn in…naja, vielerlei Dingen. Aber alles hat seinen Preis, und diesen muss auch Hoimar zahlen, als Svea ihm den Auftrag gibt, die christlichen Missionare zu vernichten.

Eindruck

Der Roman liest sich gut weg, keine Frage. Der Schreibstil ist schon manchmal von der eher derben Variante, was sicherlich zur dargestellten Zeit und Story passt. Ganz gepackt hat mich der Roman aber nicht, denn eine Identifikation mit Hoimar war für mich nicht drin als Leserin. Ich selber bin jetzt nicht prüde und habe wahrlich nix gegen prickelnde Erotik, hätte aber ganz gut auf Hoimars zahlreiche Unterrichtsstunden in der Beziehung verzichten können. Nun gut.

Ganz verloren hat mich der Roman in den Kapiteln aus Thorleifs Sicht. Zu krass, zu vulgär für mich, und eine Fast-Vergewaltigungsszene hat mir etwas Magenschmerzen bereitet. Klar, der Typ soll abstoßend sein, aber ich hätte mir gewünscht, nix über einen ins Gesicht geklatschten, erigierten Penis lesen zu müssen. Das hört sich jetzt alles doof an, und mag den Eindruck erwecken, dass ich doch arg feministisch veranlagt bin. Bin auch Feministin, habe aber normalerweise nicht solche Probleme mit Romanen aus einer maskulinen Perspektive.

Es ist mir schwer gefallen, die Motivation von Hoimar nachvollziehen zu können. Er ist kein unsympathischer Charakter, blieb für mich aber ultimativ etwas zu sehr Mary Sue.

Positiv überrascht wurde ich durch das Ende des Romans, wo ein großer Bogen in unsere Neuzeit geschlagen wurde, und man letztendlich erfährt, dass der Roman wirklich nicht Hoimars Story ist, sondern dem Titel des Romans ganz genau folgt. Mit der Wendung habe ich nicht gerechnet. Witzigerweise habe ich in anderen Rezensionen gelesen, dass dies als negativ empfunden wurde. Fand ich gar nicht, machte Svea letztendlich faszinierend für mich.

Fazit

(2,5 / 5). Für mich war der Roman halt einfach nur okay, aber nichts was mir jetzt super gefallen hat, und dazu einladen würde, weitere Romane des Autoren Peter Hohmann zu lesen. Wer aber historische Fantasy mit einem Hauch an Magie lesen möchte, aus der Sicht eines Teenager-Jungen, dem mag dieser Roman sicherlich durchaus gut gefallen.

Autor: Peter Hohmann
Taschenbuch: 476 Seiten in der Print Ausgabe
Verlag: Prometheus Games
ASIN: B0733PRL3N

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