RPG: Dies und das, September-Ausgabe

By | 16. September 2017

Ich bin jetzt seit einer Woche aus meinem Urlaub am IJsselmeer in den Niederlanden zurück, und habe fast den Eindruck, dass ich total raus bin beim Bloggen. Hier aber diverse Gedankenfetzen zu meine aktuellen Rollenspielinteressen.

Numenera 2

Shut up and take my moneyNumenera 2 kommt. Ich weiß immer noch nicht ganz genau, was ich davon halten soll, lasse mich aber gerade von dem Hype-Train, den Monte Cook Games so perfekt beherrschen, mitreißen. Am 19. September startet der Kickstarter, und ich werde wohl mein Geld drauf werfen, aber bin mir nicht sicher, wie viel Geld ich wirklich drauf werfen mag und kann. Im Cypher Unlimited, einem neuen Discord-Server für Fans des Cypher Systems hat Troy von CypherSpeak Vermutungen über die einzelnen Pledge-Level gepostet, und naja, 240 USD für Bücher und PDFs wären für mich schon eine Stange Geld. Mal abwarten!

 

Diverse Crowdfunding-Projekte

Wo wir gerade beim Thema Kickstarter sind: ich habe im letzten Monat mal wieder mitgemacht, mein insgesamt dritter Kickstarter. Es handelt sich um Legacy: Life Among the Ruins 2nd Edition, ein Rollenspiel Powered by the Apocalypse. Ich war direkt von den bisher vorliegenden Beta-Regeln erschlagen. Das Konzept hat mich aber ganz schön gepackt. Legacy ist ein post-apokalyptisches Rollenspiel, in dem man nicht die Rolle eines Charakters, sondern einer Familie über Generationen übernimmt. Das ganze ist episodisch, d.h. man spielt einen Überlebenden der Familie, und dann später entsprechend Nachkommen. Ähnlich wie schon bei Beyond the Wall erschafft man anfangs gemeinsam die Welt, indem man sich der Karte widmet. Coole Sache. Einen kostenlosen Schnellstarter gibt’s bei DrivethruRPG.

Bei Kickstarter verpasst habe ich Spire RPG, ein Urban-Fantasy Rollenspiel, in der man einen Dunkelelf spielt, der gegen die Hochelfen in einer elfischen Metropole namens Spire rebelliert. Man kann’s aber vorbestellen, und es hört sich schon saucool an. Gerade wenn man kein 08/15 Fantasy mehr mag, ist so ein düsteres Fantasy-Setting wie Spire für mich sehr erfrischend. Ich liebe ausgefallene Karten, und die Karte von Spire ist einfach nur toll. Mal schauen, ob ich noch vorbestelle. Ich weiß zwar nicht, wie ich das alles spielen soll, aber als Rollenspieler ist man irgendwie ja immer ein bisschen Sammler.

Die für mich sehr inspirierende Karte von Spire.

Während ich bisher nur Konsument und Unterstützer bin, ist Würfelheld sogar aktiv bei einem Crowdfunding dabei, und zwar bei Seelenfänger Täuscherland. Es handelt sich dabei um ein Dark-Fantasy Setting für FATE Core. FATE spielen steht auch noch auf meiner To-Do Liste, leiten eher weniger. Ich habe schon mehrfach versucht, die Regeln zu lesen, aber so ganz erschlossen hat sich mir dieses Erzählsystem noch nicht. Aber so ausgefallenen Settings wie Seelenfänger oder auch Eis&Dampf oder Nest reizen mich schon sehr. Für Freunde von Erzählspielen also vielleicht ein interessantes Projekt. Einen Trailer gibt’s dazu sogar auch.

Rollenspielerei

Ich habe natürlich nicht nur Systeme gekauft oder bewundert, oder über den Kauf nachgedacht (puh, was für ein teures Hobby), sondern im August auch gespielt. Den Spielbericht meiner regulären Numenera-Runde muss ich noch verfassen, was etwas heftig ist, denn wir spielen nächste Woche schon weiter, und ich hab vieles schon wieder verdrängt. Es war aber wie immer sehr lustig. Wir haben jetzt eine totale RPG-Anfängerin in der Gruppe, die einen der Archetypen aus Character Options 2 spielt, nämlich den Seeker. Bin gespannt, ob dieser in Numenera 2 ein Basis-Archetyp wird. Gehe ich irgendwie von aus, analog zum CSR-Regelwerk.

Weitergespielt haben wir auch Jäger – Die Vergeltung, und haben jetzt insgesamt drei Sessions hinter uns. Wir sind jetzt vier Spieler, wobei in Session 2 und 3 jeweils jemand ausgefallen ist, aufgrund von Technik und Krankheit. Das ganze ist sehr spannend, und mir gefällt das System bis jetzt wirklich gut. Mein Jessica Jones-Style Charakter kommt mit den anderen Jägern nicht unbedingt bestens aus, vor allen Dingen nicht mit der Cousine ihres Ex-Verlobten was ganz spaßig ist. Story-mäßig sind die Jäger auf der Spur des Garou, den sie schon seit der ersten Session um die Ecke bringen wollen. Nur das jetzt auch noch andere Faktionen hinter den Jägern her sind, und die immer noch nicht so richtig schnallen, wie sie so in diese neue Welt passen.

Unsere September-Runde wird leider ausfallen, aber im Oktober wird’s weitergehen. Ich werde diese Pause nutzen, mal ein wenig über unser cooles Jäger-OneNote zu berichten, in der wir bisher super alles dokumentiert haben. Über OneNote als GM-Tool habe ich ja schon geschwärmt, muss aber jetzt bei Jäger feststellen, dass es als kollaboratives Protokoll und Nachschlagewerk noch viel besser funktioniert.

Ansonsten habe ich gerade Heißhunger auf D&D 5. Eigentlich leite ich ja online Pathfinder, aber bedingt durch RL-Aktivitäten haben wir zuletzt im Mai gespielt. Wir möchten jetzt wieder loslegen, wobei meine bessere Hälfte nicht mehr mag, und ich ehrlich gesagt akutes Pathfinder-Burnout habe. Spätestens seit Numenera weiß ich, dass Pathfinder für SL eigentlich die Hölle ist. Ich habe keine Lust mehr, so exzessiv nachschlagen zu müssen, um mich vorzubereiten. Außerdem ist Buch 2 von Legacy of Fire, unser Abenteuer-Pfad, ein reiner Dungeon-Crawl, der mich nicht sonderlich reizt. Ich kann Mega-Dungeons auch gar nicht so super vermitteln.

Im Urlaub habe Episode 101 vom System Matters Podcast gehört, und bin spontan neidisch geworden. D&D 5 macht für mich alles richtig, ist deutlich schlanker als Pathfinder, bietet einem aber immer noch das klassische Feeling. Ich kann den Jungs also nur beipflichten, es hört sich nach einem System an, welches man auch als erwachsender Mensch mit deutlich weniger Zeit noch spielen kann. Leider finde ich die offiziellen 5E-Module alle durch die Bank Kacke, vielleicht mit Ausnahme von Curse of Strahd.

Aus Spaß konvertiere ich gerade die Anniversary Edition des Fluchs des Scharlachroten Throns, einer der besten PF-Abenteuerpfade, der einem urbane Fantasy bietet. Das ist natürlich relativ zeitaufwendig, macht aber auch Spaß. Man weiß ja nie, ob oder wann ich meine Pathfinder-Gruppe zum Umschwenken überzeugen kann. Eine Konvertierung von Legacy of Fire werde ich nicht machen, da zwei der vier verwendeten Klassen in Pathfinder keine Äquivalente in D&D haben (Schütze und Alchimist).

Anfang Oktober werden wir auf jeden Fall einen sanften Wiedereinstieg nach langer Pause machen, und zwar mit einem Trail of Cthulhu Szenario. Seitdem ich The Dance in the Blood gespielt habe, will ich das für meine Freunde leiten. Ich glaube, dass wird einfach großartig gruselig mit meinen britischen Freunden.

Podcasts

Ich lausche weiterhin fleißig täglich Podcasts. Nach meinem längeren Artikel dazu habe ich noch zwei neue Actual Play Empfehlungen auf Englisch:

  • Demipia – Mein absoluter Lieblingspodcast, einfach nur großartig. Gespielt wird zwar D&D 5, aber es fühlt sich eher an wie eine Mischung aus D&D und Call of Cthulhu. Es wird z.B. auch ein Sanity-System verwendet, und die Charakter dürfen recht häufig Sanity-Rettungswürfe ablegen. Die Welt von Demipia ist nämlich gruselig und brutal. Der SL Max hat das Talent, auch die ekligsten Erlebnisse in einer total trockenen Art rüberzubringen, so dass ich häufig nicht weiß ob ich mich kaputt lachen oder ekeln soll. In der 6-köpfigen Gruppe sind übrigens vier Spielerinnen dabei, was ich ganz toll finde. Aktuell gibt es 20 Episoden, mit denen der erste Handlungsbogen The Mine Children abgeschlossen worden ist. Wer Horror und D&D mag, sollte mal reinhören!
  • The Adventure Zone – Auch hier haben wir einen D&D 5 Podcast, in einer speziellen Besetzung. Es handelt sich um die drei McElroy Brüder Griffin, Travis und Justin, die auch einen anderen, in den USA recht bekannten Podcast haben, nämlich My Brother, My Brother and Me. Zu ihnen dazu gesellt sich Clint, ihr Vater. Die Kampagne beginnt mit dem Starter-Set von D&D, weicht aber schnell davon ab, und ist teilweise grandios lustig. Manchmal driftet der Humor ein bisschen in die Schiene ‘Pubertäre Jungs’ ab, aber das hält sich Gott sei Dank in Grenzen. Wer es bierernst und 100% immersiv mag, ist vielleicht nicht gut aufgehoben, aber mir gefällt’s. Die Kampagne hat gerade ihren Abschluß gefunden, nach 69 Folgen. Die Jungs haben übrigens einen tollen Tumblr, mit ganz viel Fan-Art.

Puh, das ist jetzt doch länger geworden als erwartet, aber ich bin jetzt definitiv aus dem Urlaub zurück. 😉

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