RPG-Blog-O-Quest #24: Charaktere

By | 18. September 2017

Logo RPG-Blog-o-QuestSeit einigen Monaten stammen die Fragen der RPG-Blog-O-Quest nicht mehr ausschließlich von den Begründern der Aktion Greifenklaue und Würfelheld. Themenfindung und die Fragestellung des Monats kommen jetzt von wechselnden Bloggern. In diesem Monat kommen die Fragen von Timberwere. Da ich in meiner Zeit als Rollenspielerin nur sehr selten gespielt habe, im Vergleich zum Leiten, liegen mir die Fragen jetzt nicht super, aber ich versuche es trotzdem mal.

Die Fragen

  1. Nach welchen Gesichtspunkten und aufgrund welcher Inspirationen baust du deine Charaktere? Im Normalfall richte ich mich hier nach der Gruppe, und versuche bestehende Lücken zu schließen. Ich hätte z.B. keine große Lust, die gleiche Klasse/Archetyp/Playbook wie jemand anderes zu spielen. Bei freier Wahl lande ich meistens irgendwie bei Charakteren, die nicht nur im Kampf gut funktionieren und guten Support bieten. In klassischen Fantasy-Spielen liebe ich Schurken und Barden. Eher selten verwende ich mediale Inspiration, habe mich aber bei meinen zuletzt erstellten Charakter, eine Verteidigerin in Jäger – Die Vergeltung sehr stark von Jessica Jones und Debra Morgan aus Dexter inspirieren lassen.
  2. Was fällt dir am Leichtesten bzw. am Schwersten beim Charakterbau und warum? Der mechanische Aufbau eines Charakters ist im Regelfall schnell erledigt, da tue ich mich nicht sonderlich schwer. Einen stimmige Hintergrundstory, die nicht vor Klischees trieft, ist hingegen schwerer. Da habe ich an mich relativ hohe Ansprüche.
  3. Recycelst du gelegentlich Charaktere, die du in einer früheren Runde schon einmal gespielt hast, für neue Runden und warum oder warum nicht? Dafür spiele ich einfach zu selten regelmäßig. Ist jetzt nicht so, dass ich Dutzende Charaktere in der Hinterhand habe. Ehrlicherweise habe ich bisher erst sechs Charaktere in Kampagnen gespielt, was sehr wenig ist, wenn man bedenkt, dass ich seit Anfang der 90er Rollenspielerin bin.
  4. Wie stehst du zum Charaktertod? Darf dein Charakter sterben bzw. unter welchen Umständen? Ist mir bisher außerhalb von One Shots nicht widerfahren, fände ich als Spieler aber auch in einer längeren Kampagne okay. Es müsste aber ein dramatischer Tod sein, der die Story der Kampagne nach vorne pusht, damit das nicht frustet. Ein paar mal beim Würfeln verkacken und dabei drauf gehen, das wäre schon ärgerlich. TPKs, also Total Party Kills, so etwas würde mir kein Spaß machen, weder als Spieler, noch als SL.
  5. Was bedeutet Charakterentwicklung für dich? Rein mechanisch ist die Charakterentwicklung für mich immer ein großer Spaß. Wer verbessert seinen Charakter nicht gerne, lernt neue Fertigkeiten und bekommt neue Klassenfertigkeiten hinzu? Deshalb fand ich Pathfinder anfangs toll, weil man in jeder Stufe irgendwas tolles neues bekommt. Deshalb kann ich mir so recht kein System für längere Kampagnen vorstellen, in denen es keine Möglichkeit der mechanischen Weiterentwicklung gibt. Im Zusammenspiel mit anderen sollte der Charakter sich natürlich auch erzählerisch weiterentwickeln, das hängt aber stark von der Kampagne und den Mitspielern ab.

Bonusfrage

Der interessanteste Charakter, den ich je gebastelt habe, war Aklim Evol I., eine rodianiasche Kopfgeldjägerin, weil sie mir auch nach Jahren noch in schöner Erinnerung ist. Das System war West Ends W6 Star Wars, und gespielt haben wir maximal 3 Mal. Sie war aber so schön unsympathisch und hat so krass geflucht, dass ich sie ewig in mein Herz geschlossen habe. Ich muss wirklich wieder zu Potte kommen und versuchen, eine weitere Star Wars Runde zu organisieren. Übrigens gibt es Bonuspunkte für diejenigen, die mir sagen können, was ich in Session 0 bei der Charaktererschaffung genascht habe. 😉

4 thoughts on “RPG-Blog-O-Quest #24: Charaktere

  1. Timberwere

    Es wäre natürlich auch völlig legitim gewesen, über deine NSCs zu schreiben, die du als Spielleiterin erstellst, aber ich finde es schön, dass du deinen Blogbeitrag trotz der Mühen deinen SCs gewidmet hast. 🙂

    Bei der stimmigen und möglichst klischeearmen Hintergrundstory bin ich absolut bei dir. Ich habe ganz gute Erfahrungen damit gemacht, die Hintergrundstory zwar in ihren Grundzügen festzuzurren, sie aber dann im Laufe der Zeit mit Leben zu füllen, gewissermaßen immer mehr Fleisch auf die Knochen zu bringen. Dann kann am Anfang zwar vielleicht sogar auch gewisses Klischee stehen, aber dadurch, dass der Charakter im Spiel dann meist schon ein bisschen an Profil gewonnen hat, wenn es ans allmähliche Ausarbeiten geht (nämlich immer dann, wenn wieder mal ein bestimmter Punkt relevant wird), geht das meiner Erfahrung nach dann individueller und klischeeloser vonstatten, als wenn man sofort von Anfang an die komplette Hintergrundgeschichte ausarbeiten will.

    Was den Charaktertod betrifft, so hatte ich das bisher auch nur in One-Shots, wo es völlig in Ordnung war; in einer Kampagne fiele es mir, je nachdem, wie sehr der Charakter mir am Herzen liegt, deutlich schwerer, wäre aber auch in Ordnung, wenn es denn in die Geschichte past und wie der einzig logische Ausweg erscheint und der Charakter damit möglichst auch etwas für den Rest seiner Gruppe bewirken kann.

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  2. Doctore Domani

    Hmm, “I love Milka”-Pralinenherzen vielleicht?

    Einer meiner Spieler hat mal eine Klerikerin namens Ancora Caldi gespielt — das waren die ersten beiden Worte der italienischen Beschreibung auf einer Kekspackung …

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    1. Kadomi Post author

      Sehr gut, der Kandidat hat 100 Punkte! Ich benenne Charaktere sehr sehr gerne nach Dingen, die auf meinem Schreibtisch herumliegen. So auch mein Online-Name Kadomi, da habe ich gerade an einer Packung Mikado geknabbert. 😉

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